Nutzergruppen

Um Mikrointeraktionen besser analysieren und mögliche Barrieren erkennen zu können, wurden zunächst fünf Nutzergruppen definiert und ihre jeweiligen Herausforderungen bei der Nutzung von Webinterfaces betrachtet. Die Betrachtung dieser Gruppen hilft dabei zu verstehen, wie unterschiedliche Einschränkungen die Wahrnehmung, Bedienung und Interpretation von Interaktionen beeinflussen können. Auf dieser Grundlage lassen sich typische Problemstellen in bestehenden Interfaces identifizieren und gezielt in der Gestaltung berücksichtigen.

VISUELL

Menschen mit visuellen Einschränkungen

Visuelle Einschränkungen begrenzen das Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden visueller Informationen. Dabei kann es vorkommen, dass Betroffene eingeschränkte Kontrast- oder Farbwahrnehmungen haben oder auch vollständig blind sind. Menschen mit visuellen Einschränkungen verwenden für die Nutzung einer Webseite häufig Screenreader, die ihnen den Inhalt vorlesen.

MOTORISCH

Menschen mit motorischen Einschränkungen

Eine weitere Nutzergruppe sind Menschen mit motorischen Einschränkungen. Diese Beeinträchtigungen wirken sich auf Bewegungen, Motorik und Koordination aus. Häufig haben sie zum Beispiel Schwierigkeiten eine Computermaus präzise zu verwenden, da sie ihre Bewegungen nicht genau steuern können oder beispielsweise einen Tremor haben. Auch Menschen mit motorischen Einschränkungen greifen verstärkt auf assistive Technologien zurück, etwa spezielle Tastaturen mit größeren Knöpfen oder, bei maximaler Bewegungsunfähigkeit, auch Eye-Tracking-Systeme, mit denen Programme über die Blickrichtung gesteuert werden können.

KOGNITIV

Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Die nächste Gruppe umfasst Nutzer mit kognitiven Beeinträchtigungen. Diese betreffen mentale Funktionen, können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Einschränkungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Wahrnehmung und der Informationsverarbeitung zählen hierzu. Dazu gehören beispielsweise Autismus, Demenz oder Multiple Skerose. Menschen mit dieser Art von Einschränkungen sind häufig von komplizierten Benutzeroberflächen, anspruchsvollen Texten und auch bewegenden Elementen überfordert.

VESTIBULÄR

Menschen mit vestibulären Störungen

Vestibuläre Störungen gehen häufig mit Schwindel und Erbrechen einher. Animationen, Parallax-Effekte oder zusätzliche Bewegungen beim Scrollen können bei diesen Nutzern Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen.

AUDITIV

Menschen mit auditiven Einschränkungen

Menschen mit eingeschränkten Hörfunktionen zählen zur Gruppe der auditiv eingeschränkten Nutzer. Dazu gehören beispielsweise Personen mit Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit. Menschen dieser Nutzergruppe können Schwierigkeiten haben, Audio Inhalte auf Webseiten zu verstehen, insbesondere wenn keine Alternativen wie Untertitel, Transkriptionen oder Lautstärkeregler angeboten werden.

Weitere Informationen

Du möchtest mehr über Mikrointeraktionen und ihre Eigenschaften erfahren? Eine Einführung und weitere Beispiele findest du auf der Startseite dieser Webseite.

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Eine Einführung in Web Accessibility